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Bericht FSJ

Auftritt mit einer Helferin im FSJ
Auftritt mit einer Helferin im FSJ

Was soll ich nur nach dem Abitur machen? Soll ich studieren oder lieber eine Ausbildung? Für eine Ausbildung hätte ich mich schon bewerben müssen. Mmh, dann lieber studieren! Aber was? Ich habe so viele Ideen und weiß einfach noch nicht, wie ich mich entscheiden soll! Früher schien es noch so lange hin, bis die Schule zu Ende ist und nun sind es nur noch ein paar Wochen...So ging es mir vor ca. einem Jahr kurz bevor ich vor dem Abitur stand. Dann kam mir die Idee mit dem sogenannten Freiwilligen Sozialen Jahr. Durch die Organisation „Volunta" wurde ich an die Lebenshilfe in Dieburg vermittelt. Bei der Lebenshilfe gibt es ganz verschiedene Projekte für Menschen mit Behinderungen, egal ob Jung oder Alt. Allerdings arbeite ich nicht nur in der Lebenshilfe, sondern auch in einer „Schule für Praktisch Bildbare", der Gustav-Heinemann-Schule.

Jeden Morgen gegen 8 Uhr früh beginnt dort der Unterricht. Wir Zivis und FSJler erwarten die Kinder, die von den Johannitern gebracht werden, in der Pausenhalle. Während diese dann noch Zeit zum Spielen und Toben haben, warten wir bis es klingelt und gehen gemeinsam mit den Lehrern zu unseren Klassenräumen. Die Kinder in meiner Klasse sind zwischen 9 und 10 Jahren. Der Schultag beginnt immer mit den alltäglichen Dingen wie Hände waschen und Spülmaschine ausräumen.Anschließend gibt es einen Morgenkreis, bei dem das Datum und der Tagesablauf besprochen werden. Jeder Tag ist verschieden. Die Kinder haben Fächer wie Lesen, Rechnen, Wahrnehmung, Sachkunde, Schwimmen, Sport ...... oder individuelle Förderungen. Während des Schultages habe ich ganz unterschiedliche Aufgaben. Ich helfe beim Anziehen, Wickeln, Tisch decken, Lesen, Spielen, Einkaufen, und und und. Meist vergeht die Zeit wie im Fluge und es macht richtig Spaß!

Am Nachmittag bin ich dann bei der Lebenshilfe tätig. Unsere Arbeitszeiten erfahren wir jeweils am Anfang der Woche. Manchmal sind wir festen Gruppen für ein ganzes Jahr zugeteilt. Oft aber wechselt unser „Wochenprogramm" auch.

Ich selbst arbeite jeden Dienstagnachmittag in einer Teenietanzgruppe, den „Tanzstars". Diese Gruppe besteht aus ca. 10 Teenies und 3 Helfern. Nachdem wir uns mit Musik beim Freitanzen warmgemacht haben, geht es zu den Dehnübungen. Anschließend üben wir kräftig an unserem derzeitigen Tanz weiter, den wir für das 40-jährige Jubiläum der Lebenshilfe einüben. Die Teenietanzgruppe ist wirklich sehr fit und hatte auch schon mehrere Tanzauftritte zu den verschiedensten Anlässen.

An anderen Nachmittagen habe ich unterschiedliche Einzelbetreuungen. Ein Mädchen beispielsweise, zum dem wir gemeinsam mit einer Festangestellten hinfahren, ist schwerbehindert und braucht besondere Pflege. Hierbei kann man als FSJler viel Hilfe leisten. Man unterstützt beim Füttern, Sondieren, Inhalieren, Wickeln .... An schönen Tagen gehe ich auch mit ihr im Rollstuhl hinaus spazieren.

Es gibt auch andere, „leichtere" Einzelbetreuungen, die dann in der Lebenshilfe selbst stattfinden. Mit diesen Kindern kann man ganz verschiedene Dinge machen - Spielen, Kochen, Plätzchen backen, Einkaufen, Spazieren gehen, und und und.

Alle paar Wochen ist man auch an der Reihe in der Samstagsgruppe zu arbeiten. Dies ist eine Gruppe von behinderten Leuten, die sich jeden Samstag trifft. Dort wird Bingo gespielt, gekocht, Fasching und Halloween gefeiert, gelesen und gesungen. ..

Man hat also sehr viele verschiedene Aufgaben in der Lebenshilfe. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es auch andere Pflichten wie Hausordnung und Autodienst gibt .................

Mein FSJ bereitet mir bis jetzt sehr, sehr viel Spaß und ich kann jedem empfehlen ein solches Jahr (bei der Lebenshilfe) zu machen, da man auch viel Neues dazulernt.